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Der Einfluss von Repatriierungssteuern auf die Repatriierungsentscheidung international agierender Unternehmen
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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich VWL - Sonstiges, Note: 1, 0, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institute of Public Economics I), Veranstaltung: International Public Economics, Sprache: Deutsch, Abstract: In den letzten fünf Jahren verzehnfachte Apple seine von ausländischen Tochtergesellschaften gehaltenen Geldreserven von 11, 3 Milliarden Dollar auf 111, 3 Milliarden Dollar. Hierdurch erhöhte der Konzern seinen Anteil von im Ausland gehaltenen Reserven an sämtlichen liquiden Mitteln des Konzerns von 46 % auf 76 %. Trotz der hohen ausländischen Barreserven lieh Apple sich für Dividendenzahlungen im Jahr 2013 17 Milliarden Dollar von Investoren. Eine Studie von Levin und Coburn (2012) belegt, dass Apple mit der Politik, Gewinne im Ausland anzusammeln, keineswegs allein dasteht.
Eine mögliche Ursache für dieses Verhalten liegt in den Kosten der Zurückführung von Gewinnen ausländischer Tochterunternehmen. Denn im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern, erhebt die USA eine Steuer (Repatriierungssteuer) auf die Rückführung von Gewinnen (Repatriierung). Die Höhe der Steuer ergibt sich aus der Differenz von inländischem und ausländischem Steuersatz und führt dazu, dass ausländische Gewinne aktuell mit bis zu 39 % besteuert werden.
Der Einfluss dieser Steuer auf die Repatriierungsentscheidung wird von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Hartman (1985) zeigte in seinem Modell, dass Repatriierungsentscheidungen von Gewinnen ausländischer Tochterunternehmen, die ohne finanzielle Unterstützung ihrer Muttergesellschaft auskommen, bei der Erwartung gleichbleibender Steuersätze, nicht durch die Repatriierungssteuer beeinflusst werden. Dennoch deuten Studien von Brennan (2010), Altshuler et al. (1995), Power und Silverstein (2007) und Sheppard und Sullivan (2009) darauf hin, dass eine Repatriierungssteuer die Repatriierungsentscheidung beeinflussen kann. Begründet wird dieser Einfluss in allen Fällen durch die Möglichkeit der Veränderung des Repatriierungssteuersatzes.
Um diesen Einwänden zu begegnen, wird das Modell von Hartman um die Erwartung einer Steuersatzänderung erweitert und die Folgen für die Repatriierungsentscheidung untersucht. Hierbei zeigt sich, dass die Repatriierungsentscheidung durch die Repatriierungssteuer beeinflusst wird, sobald Unternehmen eine Veränderung des Repatriierungssteuersatzes erwarten. Bei Erwartung einer Steuersenkung wird es c. p. attraktiver Gewinne zunächst im Ausland zu belassen. Erwartet ein Unternehmen eine Steuererhöhung wird es c. p. attraktiver Gewinne direkt zu repatriieren.
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